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  Die Ausstellung

DIE KREUZZÜGE -
E
INE SPURENSUCHE (TEIL 2)

Austausch der Kulturen: Archäologische Funde aus Petra.

Bedingt durch seine geschichtliche und religiöse Bedeutung steht in den meisten Publikationen und Ausstellungen Jerusalem im Mittelpunkt. Daneben kommen allenfalls noch Höhepunkte, wie die mächtigen Burgen in Syrien, dem Libanon und die Festungen entlang der Mittelmeerküste zur Darstellung.


Satellitenaufnahme von Petra (Ausschnitt) und seiner näheren Umgebung, Royal Geographic Centre, 2002

Dabei hatten die Kreuzfahrerburgen in Oultrejourdain eine enorme strategische Bedeutung zum Schutz der zentralen Gebiete von Outremer. Mit den militärischen Niederlassungen östlich des Jordan ging es hauptsächlich darum, die Ostgrenze von Outremer gegen eindringende Beduinenstämme zu sichern und damit deren Beutezüge zu unterbinden. Im Weiteren konnte von den Gebieten im Ostjordanland die bedeutendste Handels- und Pilgerstrasse von Damaskus nach Mekka und Medina, überwacht und angegriffen werden. Schliesslich hatten die Festungen im Ostjordanland die leicht verwundbare Ostflanke von Outremer gegen Einfälle islamischer Truppen aus Syrien und Ägypten zu sichern.

1107 drangen die Kreuzritter erstmals ins Ostjordanland vor und vertrieben seldschukische Truppen aus der Gegend von Petra. Zwischen 1115 und 1120 wurden dann grosse Gebiete des Ostjordanlandes von Truppen Balduins I. erobert und die Festungen in Shobaq, Wadi Musa, Petra und Kerak errichtet. 1188 gingen diese Gebiete und Festungen an Saladin verloren.


Bemalter mamlukischer Krug aus dem 12. Jh., aus den Ausgrabungen des Department of Antiquities of Jordan in Khirbet Nowafle, Wadi Musa.
In den letzten Jahren sind in Petra und seiner näheren Umgebung eine ganze Reihe von Aufschlüssen zur Besiedlung, Befestigung und alltäglicher Nutzung dieser Region durch die Kreuzritter zutage getreten. Dank einem umfassenden Forschungsprojekt zur Geschichte und Bedeutung Petras im Mittelalter durch die Universität Florenz können die einzelnen Grabungsresultate zudem in einen grösseren strategischen und historischen Zusammenhang gebracht werden.

Einzigartig an den Grabungsresultaten in Petra und Umgebung ist, dass die Funde aufzeigen, wie engmaschig das von den Kreuzrittern aufgebaute System befestigter Stellungen war und wie einfach, geradezu armselig, die meisten dieser Anlagen waren. Anhand der Einzelfunde aus den Ansiedlungen der Kreuzfahrer und denjenigen aus den Dörfern der einheimischen, islamischen Bevölkerung lässt sich auch aufzeigen, wie eng das Zusammenleben beider feindlichen Gruppen trotz allem gewesen sein muss, haben doch die Kreuzritter die genau gleichen Gefässe benutzt wie die Einheimischen, von denen sie diese ganz offensichtlich erworben haben.

Eine gesonderte Abteilung der Ausstellung “Die Kreuzzüge – Eine Spurensuche“ im Ritterhaus von Bubikon bringt erstmals die Resultate der Spurensuche in Petra nach Europa. Anhand von Keramikgefässen, Waffenfragmenten und anderen Gerätschaften des täglichen Bedarfs sowohl aus Kreuzritteransiedlungen als auch aus Dörfern der lokalen Bevölkerung wird die das Zusammenleben im 12. Jahrhundert im Ostjordanland den Besuchern nahe gebracht.


Fragmente von bemalten mamlukischen Krügen aus dem 12. Jh., aus den Ausgrabungen des International Wadi Farasa Projects in Petra.